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- Geschrieben von: Ewald Klumpp
- Kategorie: Zeitungsberichte
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„Klosterdamen“ lassen im 99. Jahr des Männerchor-Theaters den Brennkessel dampfen
von Roland Spether
Bei den „Mösbacher Klosterdamen“ vom Männerchor geht nicht nur ein alter Geist umher, bei dem köstlichen Lustspiel brodelt es zur Freude der Zuschauer auch kräftig zwischen Schwestern, Brennküche und Bistum. Foto: Roland Spether
Achern-Mösbach. Geht in Mösbach ein Geist um? Wird heimlich Schnaps gebrannt? Rauchen Nonnen auch Zigarren? Die Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhielten über 700 Gäste des Männerchors Mösbach, der im 99. Jahr seines Dreikönig-Theaters unter der Regie von Hans Peter Doll ein Lustspiel der Extraklasse präsentierte.
Hierbei tauchte Geist „Heribert“ (Manfred Doll) wie aus dem Nichts auf, sorgte für allerlei Turbulenzen und wurde zum Retter in höchsten Nöten. Denn das Bistum wollte das Kloster Abendrot schließen, es gewinnbringend verkaufen und die „Klosterdamen“ nebst deren exzellenten Fähigkeiten im Brennen von Schnaps und Keltern von Wein buchstäblich vor die Türe setzen.
Doch da hatte die hohe Geistlichkeit mit Domkapitular Hansemann (Ewald Klumpp) an der Spitze die Rechnung nicht ohne die fidelen Nonnen Gottfrieda (Bianca Straub), Pankrazia (Annette Ohnmacht) und Appolonia (Maria Doll) gemacht, die wahrlich mit allen „Wässerchen“ gewaschen und Expertinnen für ein fröhliches Leben waren. Von dem gütigen „Herrn Pfarrer“ (Matthias Streck) erhielten sie zudem volle Rückendeckung.
„Für die beiden Aufführungen mit allem Drum und Dran fielen 1.850 ehrenamtliche Stunden an“, sagte der Vorsitzende Manuel Klumpp, der sich über zwei ausverkaufte Theaterabende, enorm viel Einsatz und eine lange Tradition freute. Denn 2027 sind es 100 Jahre, dass die Sänger nicht nur fröhliche Lieder auf den Lippen haben, sondern auch vorzügliche Schauspieler in der Chor-Familie vorweisen.
Dies bestätigte sich mit dem Lustspiel „Heribert, der Klosterfrau Narzissengeist“, das Hans Peter Doll den Spielern „seines“ Ensembles regelrecht auf den Leib schrieb, die dann auch alle Register zogen, witzige Dialoge führten und den Zuschauern die Freudentränen in die Augen trieben.
Das war Laienschauspiel, vom Feinsten, perfekt in Szene gesetzt und vor einer herrlichen Kulisse von Dieter Doll und Paul Skomrock, in der sogar das Wasser eines Brunnens plätscherte. In diesem feinen Ambiente war nun Feuer unter dem Klosterdach, denn die aufgetakelte Elvira von Suppenhahn (Mia Kelsch) und Bruno Schnäpperli (Timo Doll) wollten sich das alte Gemäuer unter den Nagel reißen. Auch der geldgierige Bürgermeister Egon Dünkel (Marcell Doll) mischte mit seiner Frau Eulalia (Alina Haas) kräftig mit und kündigte den Klosterdamen kurzerhand die Pacht für die Obstwiesen und Weinberge.
Doch die alte Kräuterfrau Babett Fenchel (Verena Reith) glaubte stets an den Geist Heribert, sah ihn in ihrem Träumen und einesTages dann leibhaftig vor sich, als er sich mit dem Mädchen für alles (Hansjörg Doll) verbündete, das Heft in die Hand nahm und das Klostergemäuer mit seinem köstlichen „Narzissengeist“ kräftig aufmischte. Der Verkauf scheiterte, die Investoren suchten das Weite und die Nonnen ließen im Stil von „Sister Act“ die Puppen tanzen.

