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- Geschrieben von: Ewald Klumpp
- Kategorie: Chronik
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Die GV am 6. 2. bringt zwei Neuerungen. In Zukunft wird auch beim 50. Geburtstag eines aktiven Mitgliedes gesungen und ein Geschenk im Werte von 20.‑ bis 25.‑ DM überreicht. Wenn bisher der gute Probenbesuch im Anschluß an die GV mit der Bezahlung eines guten Viertel Weins belohnt wurde, soll von jetzt an für den vollzähligen Probenbesuch ein Stammglas überreicht werden. Um den Probenbesuch genau nachweisen zu können, wird das Führen eines Probenverzeichnisses beschlossen. Zugleich ist dadurch den anderen nachzuweisen, wie oft sie gefehlt haben.
Inzwischen laufen die Vorbereitungen zu dem "Mösbacher Heimatfest" auf vollen Touren. Schon wieder ein Fest? Es sind doch erst vier Jahre seit dem großen Volksliederfest vergangen. Den Anlaß zu diesem Fest gibt die Geschichte.
Im Jahre 1555 ist Mösbach einer Brandkatastrophe zum Opfer gefallen. Eine Frau wurde damals als Brandstifterin ausfindig gemacht und im Gerichtsort Ulm auf dem Scheiterhaufen gerichtet. Dieses Ereignis gibt Herrn Fahrländer den Anstoß, mit dem MGV und der Musikkapelle das "Mösbacher Heimatfest" zu feiern. Und die Mösbacher lassen sich begeistern. Von der Gemeindeverwaltung über die Vereine bis hin zum Idealisten sind alle rührig am Werk, den Festzug so aufzubauen, wie sich Herr Fahrländer ihn vorstellt.
Pfingstsonntag und Pfingstmontag, 29. und 30. Mai, sind die Festtage. An beiden Tagen soll Festzug und Festprogramm ungekürzt durchgeführt werden. Und jetzt ist es soweit. Die Musikkapelle eröffnet den Festakt mit dem Florentiner Marsch. Bürgermeister Friedrich Bürk hält als Festpräsident die Begrüßungsansprache. Der Festredner ist Herr Fahrländer. Eine Volkstanzgruppe tritt auf Der MGV und ein gemischter Chor singen vergessene Volkslieder in alemannischer Mundart; ebenso singt ein Knabenchor zusammen mit dem MGV. An diesem Tag erklingt zum ersten Mal das von Herrn Fahrländer getextete und vertonte bis in die heutige Zeit gern gesungene "Mösbacher Heimatlied".
Zum Festsonntag lassen wir den Chronisten berichten: "Bei den an Pfingsten (29. und 30. Mai) stattgefundenen "Heimatfest" in Mösbach beteiligte sich der Verein neben Gemeinde und Musikverein an der Vorbereitung, Organisation und Durchführung des Festes. In der Regie und nach der Idee von Herrn Hptl. Fahrländer wurde auch dieses Fest wieder zu einem vollen Erfolg. In aufopferungsvoller Arbeit bauten die Sänger von den 32 Festwagen allein 16 Wagen. Die übrigen wurden ‑ 4 Wagen vom Musikverein und 12 Wagen von Idealisten des Dorfes, die keinen der beiden Vereine angehören, ‑ gebaut.
Der Chronist vergißt hier, daß zum Festzug noch 14 Fußgruppen gehören. Lesen wir weiter: "Das Fest brachte eine Besucherzahl an beiden Festtagen von insgesamt ca. 12.000 Personen. Die finanzielle Grundlage wurde ebenfalls von der Gemeinde, Gesangverein und Musikverein übernommen."
Eine Begrüßungsfeier besonderer Art feiert Mösbach am20.10.55. Der Bürgersohn August Schwenk kommt aus russischer Gefangenschaft heim. An diesem Empfang nimmt die ganze Bevölkerung teil. Auch der MGV tritt geschlossen an, um den Heimkehrer am Ortseingang mit der Fahne abzuholen und zum Elternhaus zu begleiten. Die offizielle Begrüßungsfeier findet am 30. 10. im "Grünen Baum" statt.